Der Honig

 

Honig ist eines der Produkte, das von der Honigbiene erzeugt wird. Sie sammelt Nektar von Pflanzen und Honigtau von anderen Insekten. Diesen trägt sie in den Bienenstock und verarbeitet ihn durch körpereigenen Enzyme, Dehydrierung und Einlagerung in Wabenzellen zu Honig, der der Honigbiene normalerweise selbst als Nährstoffträger dient. Der fast durchsichtige bis hin zum dunkelbraunen Farbton, die unterschiedliche Konsistenz und der Geschmack wird durch die botanische Herkunft und die imkerliche Arbeit bestimmt. Der eigentümliche typische Honiggeschmack durch die Biene.

Der Farbton wird zum größten Teil durch die verschiedenen Pollenarten bestimmt, die sich im gesammelten Honig befinden. Löwenzahn- Honig ist beispielsweise von sehr dunkelgelber Farbe.

Die Konsistenz dagegen zeigt welche Zuckerarten sich überwiegend im Honig befinden. Flüssiger Honig, wie man ihn z.B. von der Akazie kennt, beinhaltet sehr viel Fructose (Fruchtzucker), die wiederum bewirkt, dass der Honig lange flüssig bleibt. Ein höherer Glucoseanteil (Traubenzucker), lässt dagegen den Honig schneller kristallisieren: Fester Honig.
Ob dieser feste Honig schließlich cremig oder grob kristallin ist, bestimmt der Imker durch seine Bearbeitung.

Wie hoch der Anteil der verschiedenen Zucker im Honig ist, wird durch den gesammelten Nektar der verschiedenen Pflanzen bestimmt. Durch die Fotosynthese produziert die Pflanze Glucose, welche sie zu Fructose und Saccharose umwandelt. Die Saccharose gelangt durch die Siebröhren (Leiter von organischen Stoffen) in die Nektarien und andere Orte der Pflanze. In den Nektarien wird aus Saccharose wiederum Glucose und Fructose gebildet und dann von der Pflanze als Nektar am unteren Teil des Fruchtknotens ausgeschieden, um Bienen und andere Bestäuber anzulocken. Jede Pflanzenart produziert jedoch unterschiedlich viel Glucose und Fructose, so dass der Honig-Zustand von Flüssig und Fest auf die gesammelte Tracht zurückzuführen ist.

 

 

Die Honigbereitung durch die Biene

 

Die Honigbiene nimmt den Nektar mit dem Rüssel auf. Sie saugt den Nektar in die Honigblase, die 90% des Eigengewichtes erreichen kann, wenn sie prall gefüllt ist. Im Bienenstock angekommen übergibt die Sammelbiene den Nektar an andere Bienen, indem sie ihn durch den Saugrüssel von der Honigblase (die eine Verlängerung der Speiseröhre darstellt) zurück in den Schlund und Mundhöhle pumpt/saugt. Der Honigblaseninhalt ist jetzt bereits kein reiner Nektar mehr, da die Biene schon beim aufnehmen oder einsaugen den Nektar mit Speichel vermischt hat. Der Speichel stammt aus der Futtersaft- und Kopfspeicheldrüse, die sich im Kopf der Biene befinden. Dieser Speichel enthält Enzyme, die den Honig je nach Speichelmenge enzymreicher oder enzymärmer machen. Die Stockbienen fügen ebenfalls Speichelsekret hinzu, indem sie das von der Trachtbiene gereichte Futter mit dem Rüssel von der Futterrinne an der Zungfenbasis der anderen Biene aufsaugt. Dieser Tropfen wird nun von Biene zu Biene weitergegeben, bis schließlich die letzte Biene der Futterkette den Rohhonig in die Wabenzelle einlagert. Durch lange Futterketten wird der Honig also enzymreicher, da mehr Speichelsekret hinzu gegeben werden kann. Vor der Ablagerung in die Wabenzellen, wird jedoch noch die Haltbarkeit des Rohhonig verbessert. Die Honigbiene pumpt den Nektartropfen rhythmisch aus der Honigblase, breitet ihn als einen flachen Tropfen auf der Unterseite des Rüssels aus und saugt ihn dann wieder ein. Nach 20min.ist durch die Stockwärme 30- 50% des Wasseranteils verloren gegangen, welcher einen Gärungsprozess einleiten würde. Die Wabenzellen werden dann bis zu einem Drittel mit dem halbreifen Produkt gefüllt und nicht verschlossen, damit noch mehr Wasser entweichen kann. Der Reifungsprozess ist erst abgeschlossen, wenn der Honig zur Belüftung nochmals um getragen wurde und 1–3 tägiger Lagerung der Wasseranteil auf 20% gesunken ist. Dann werden die Wabenzellen endgültig von den Bienen aufgefüllt und verdeckelt.